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Biohaltung von Schweinen

Glückliche Schweine?

Mastschweine aus konventioneller Haltung haben alles andere als ein „glückliches Leben“ hinter sich. Doch wie sieht es mit Bio-Mastschweinen aus, die allerdings sowieso nur minimale 0,6 % der im Jahr 2015 in Deutschland gehaltenen Schweine ausmachen? Dem Bioschwein steht „rechtlich“ mehr als doppelt so viel Platz zu wie einem konventionellen Schwein – hört sich gut an, aber was steckt dahinter?

Das 100 Kilo-Schwein auf 2,3 Stallquadratmetern

Ein 100kg schweres Mastschwein wird wahrscheinlich nicht bedeutend glücklicher dadurch, dass ihm als „Bioschwein“ 2,3 qm Platz im Stall zugestanden werden (siehe Anhang III, Tabelle 1 der EG Ökoverordnung). Auch im Bio-Stall besteht typischerweise die Innenfläche zur Hälfte aus Spaltenboden. Eine saubere Trennung von Liege-, Futter- und Kotplätzen ist auf  einer solchen Kleinstfläche nicht möglich. So findet man auch in Biohaltungen oftmals Schweineställe, die nicht nur vom hygienischen Aspekt her betrachtet „unter aller Sau“ sind.

Jenseits von grüner Wiese

Auch hat das Bioschwein keinen Anspruch auf tatsächlichen Freilauf und braucht „rein rechtlich“ wie seine Artgenossen in der konventionellen Haltung niemals eine grüne Wiese unter seinen Füßen zu spüren. „Freilauf“ bedeutet vielmehr, dass den Tieren gelegentlich ein unverhältnismäßig kleiner Auslauf mit befestigtem Boden zur Verfügung steht. Es reicht sogar ein Stall, bei dem einfach eine Seitenwand durch Gitter ersetzt wurde. Auch Betonspaltenböden sind bei Bio erlaubt – nur nicht über die komplette Fläche.

„Abferkeln“ auf engstem Raum

Zuchtsauen im Kastenstand oder in engsten „Abferkelboxen“, etwa 100 Tage pro Jahr bewegungslos eingesperrt – auch so kann „bio“ aussehen. Schon nach 40 Tagen Säugezeit dürfen die kleinen Ferkel von ihren Müttern getrennt werden. "Bio" ist nicht ein glückliches Schwein, welches nach Herzenslust in Gewässern suhlen darf. "Bio" täuscht bewusst tierfreundliche Verbraucher/innen und gaukelt eine heile Nutztierwelt vor, wo keine ist.

Eingriffe am Tier

Das Kupieren der Schwänze und das Kastrieren und das Abschleifen der Eckzähne zählt zu den Standardverfahren in der konventionellen Schweinehaltung, obwohl das Tierschutzgesetz solche Eingriffe laut §6 nur im Einzelfall erlaubt. Damit sollen u.a. Verletzungen, die sich die Tiere durch Verhaltensstörungen auf Grund der katastrophalen Lebensbedingungen zuziehen, verhindert werden. Man nimmt gern an, bei Bio würde das nicht gemacht. Aber weit gefehlt: Auch die EG-Okö-Verordnung besagt: "Eingriffe dürfen in der ökologischen/biologischen Tierhaltung nicht routinemäßig durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen oder wenn sie der Verbesserung der Gesundheit, des Befindens oder der Hygienebedingungen der Tiere dienen, können einige dieser Eingriffe von der zuständigen Behörde jedoch fallweise genehmigt werden." Die Genehmigungspraxis für solche "Einzelfälle" ist aber nicht deutlich anders, als bei konventionellen Betrieben.

 
 

Bioschwein im Biokastenstand
Bioschwein im Biokastenstand

tote Bioferkel im Biostall
Tote Bioferkel im Biostall

 

Die Videodokumentation zum Thema:



Bilder aus Bioschweinezucht und Bioschweinemast:

Biokastenstandtotes Bioferkel
BioschweinemastBioschweinemastBio-Abferkelbucht
Bioschwein im AbferkelgestellBioschwein im Kastenstanderdrücktes Bioferkel trotz Abferkelgestell


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