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Biohaltung von Hühnern zur Mast

21 Kilo Masthühner pro Stallquadratmeter

Ein verschwindend geringer Teil von 0,6% der deutschen Masthühner lebt in ökologischer Haltung (Jahr 2009) – ein wirtschaftliches Arbeiten ist in diesem Sektor kaum machbar. Glückliche Hähnchen auf grüner Wiese? Auch bei Bio mehr Schein als Sein: im Biosektor ist die Massentierhaltung ebenso angekommen wie in der konventionellen Landwirtschaft. 4800 Tiere pro Stall, 21 Kilo Masthuhn pro Quadratmeter – das ist das Leben der „Biohähnchen“ nach EU-Norm jenseits der idyllischen Verbrauchervorstellung.

Hähnchen und Hühnchen aus der Brüterei

Wenig „artgerecht“ ist auch die Produktion der Mastküken: sie schlüpfen nicht im elterlichen Nest aus ihrem Ei, sondern nach 21tägiger Brutdauer im Brutschrank in einer Brüterei. Bei den Küken handelt es sich nicht nur um „Hähnchen“, sondern zu gleichen Teilen um männliche und weibliche Tiere. Die verbreitete Vorstellung, dass für die „Hähnchenmast“ die für die Eierproduktion nicht zu gebrauchenden männlichen Geschwister von Legehennen genutzt werden, die zwangsläufig bei der Legehennenproduktion anfallen, trifft generell nicht zu. Die Mast dieser ausschließlich auf hohe Eierproduktion gezüchteten Tiere ist aufgrund des geringen Fleischansatzes nicht rentabel und wird nur in Ausnahmefällen in Kleinstbetrieben praktiziert.

27 Tage Theorie-Freilauf in 81 Tagen Leben

Ihr nur wenige Wochen währendes  Leben verbringen die Bio-Masthühner statt unter fürsorglicher Aufsicht einer Henne unter gleichaltrigen Artgenossen. In ihrem 81 Tage währenden Leben haben sie „rechtlichen Anspruch“ auf die Möglichkeit des Freilaufes – allerdings nur 1/3 dieser 81 Tage. Fallen diese 27 Tage in die kalte Jahreszeit oder eine Schlechtwetterperiode, verbringt auch das Biomasthuhn sein komplettes kurzes Leben im Stall. Auch andere Faktoren können die Freilaufmöglichkeit zur puren Theorie werden lassen: Freiläufe werden oftmals nicht genutzt. Dafür gibt es mehrere Ursachen: schlecht strukturierte Freiläufe bieten den Tieren keinen Schutz und werden daher nicht angenommen. Die unnatürliche Aufzucht ohne erwachsene Hühner als „Lehrer und Aufpasser“ verstärkt dieses Problem noch, so dass sich oftmals nur die mutigsten Küken überhaupt aus dem Stall heraus trauen.

Schnellwachsende Masthybriden mit Gesundheitsproblemen

Damit sich die Bio-Hühnermast überhaupt wirtschaftlich rechnet, werden schnellwachsende Masthybriden eingesetzt, welche zuchtbedingte Probleme haben wie ihre Artgenossen in der konventionellen Haltung. Die Tiere wurden auf ein rasantes Wachstum und die Ausprägung einer überdimensionalen Brust gezüchtet. Die Folgen der schnellen Gewichtszunahme sind Herz-Kreislauferkrankungen und Erkrankungen des ganzen Bewegungsapparates. Mangelnde Knochenfestigkeit, ein viel zu hohes Körpergewicht bei zu schnellem Wachstum und eine dadurch bedingte erheblich eingeschränkte Lauffähigkeit mit Beinfehlstellungen führen oft zu schweren Bewegungseinschränkungen. Die Tiere liegen immer öfter auf der Brust, wo Hautreizungen, Entzündungen und Brustblasen entstehen können. Auch an den Gelenken zeigen sich häufig Entzündungen. Viele der Tiere können sich nur unter starken Schmerzen fortbewegen. Die hohen Besatzdichten und Dauerstress verschlimmern  die gesundheitlichen Probleme noch.

Schlechte Ökobilanz

Werden etwas robustere Tiere als die ausgesprochenen „Turbomasthähnchen“ eingesetzt, ergibt sich in der Biohaltung noch ein ganz anderes Problem. Das „Biohähnchen“ hat einen fast doppelten Futterverbrauch, die Ressourcenverschwendung ist alles andere als „öko“: 3 Kilo Futter müssen für die „Erzeugung“ von einem Kilo Hähnchenfleisch verfüttert werden.


 







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